S21-Schlichtung: Bahnchef will lieber schweigen
Grube gibt eigene Fehler bei Kommunikation zu
Im Streit um "Stuttgart 21" hat Bahnchef Rüdiger Grube mit einem Eingeständnis überrascht: Er gab eigene Fehler in der Kommunikation zu. Darum wolle er die angelaufene Schlichtung "nicht stören durch Äußerungen, die vielleicht missverstanden werden".
Nach dem ersten "Bahngipfel Baden-Württemberg" in Offenburg betonte der Bahnchef: "Wir sollten alles unterlassen, diese Themen weiter zu emotionalisieren." Grube räumte ein: "Ich habe hier durchaus auch in den letzten Wochen vielleicht den einen oder anderen Fehler gemacht."
"Alles kommt auf den Tisch"
Die Bahn werde bei vom CDU-Politiker Heiner Geißler geleiteten Schlichtungsgesprächen "alles auf den Tisch legen, was wir auf den Tisch legen können", kündigte Grube an. Geißler sei ein "ausgesprochen kompetenter und erfahrener Mann". Grube zeigte sich zuversichtlich, "dass wir zu einem positiven Ergebnis kommen".
Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) gab ebenfalls zu, "dass die Kommunikation bei Stuttgart 21 nicht so war, dass man sagen könnte, das kann man nicht noch besser machen". Ihm sei es "ein Anliegen, dass wir die Menschen besser informieren". Der "Bahngipfel" - ein seit langem geplanter Meinungsaustausch zwischen dem Vorstand der Deutschen Bahn AG und der Landesregierung - sei dazu einer von mehreren "Startschüssen".
Offizielle Schlichtung ab Freitag
Die Schlichtungsgespräche zu "Stuttgart 21" sollen am kommenden Freitag offiziell beginnen. Bei dem heftig umstrittenen Bahnprojekt soll der Hauptbahnhof vom oberirdischen Kopfbahnhof zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umgestaltet werden. Das Projekt soll nach derzeitigen Berechnungen 4,1 Milliarden Euro kosten und 2019 beendet sein.
Nach Angaben Grubes wird die Deutsche Bahn ihre Brutto-Investitionen in die Infrastruktur in Baden-Württemberg bis 2014 nahezu verdoppeln. Nach rund 2,9 Milliarden Euro von 2005 bis 2009 würden in der laufenden Fünfjahresperiode rund 5,2 Milliarden Euro investiert.
Quelle: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/0/0,3672,8121248,00.html